Ex.CE.L Unternehmensberatung und Arbeitsschutz
Ingenieur- und Sachverständigenbüro
Dipl.-Ing. (mult.) Mario Kräft

Leitender Sicherheitsingenieur
Beratender Ingenieur
Sachverständiger für Explosionsschutz

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Die GHS-Verordnung

Am 20. Januar 2009 trat die GHS-Verordnung im Europäischen Wirtschaftsraum in Kraft. Verodnungen sind unmittelbar in den Nationalstaaten geltende Rechtsakte. Sie regeln im Sinne von Artikel 114 EURV den Binnenmarkt und mithin die Vereinheitlichung und sind als Verordnungen - im Gegensatz zu den niederrangigen Richtlinien - deshalb nicht gesondert von den Nationalstaaten umzusetzen.

GHS steht für Global harmonisiertes System zur Einstufung und Kennzeichnung von Chemikalien. Im Englischen "Globally Harmonised System of Classification and Labeling of Chemicals" bezeichnet.

Das GHS-System ist zur Anpassung an das neue internationale Rechtssystem mit hinreichenden Übergangsfristen versehen. Durch die relativ großzügigen Übergangsfristen, ist mit jahrelanger paralleler Kennzeichnung im täglichen Umgang zu rechnen. Hinzu kommt, dass es unterschiedliche Einstufungskriterien in den parallelen Systemen gibt.

Das Ziel des GHS ist die über den Europäischen Wirtschaftraum (EWR) hinausreichende, also  weltweite, Harmonisierung im Umgang und der Kennzeichnung sowie Einstufung von Gefahrstoffen, wie sie von der UNESCO, also dem Wirtschafts- und Solzialrat der Vereinten Nationen, angestrebt wurde.

Auch für Deutschland sind nicht unerhebliche Rechtsänderungen damit verbunden. Im Chemikalienrecht und im Transportrecht, dass bisher different war, bewirkt die internationale Harmonisierung die Herbeiführung identischer Einstufungs- und Kennzeichnungskriterien. Bisherige orangefarbene Gefahrenkennzeichen werden von den neuen Gefahrenpiktogrammen abgelöst.

Durch Änderung von Einstufungsgrenzen kommt es aber auch zu einer Vielzahl von Umwidmungen von Gefahrstoffen. Damit verbunden werden diverse neue Stoffe zum Beispiel als giftig eigestuft, die das nach den bisherigen Kriterien unseres Rechts nicht waren. Die Folge wird eine umfangreich Welle von Evaluierungen bisheriger Gefährdungsbeurteilungen und Folgemaßnahmen sein.

Die Kernstrukturen des neuen GHS-Systems liegen in

  • einheitlicher Kennzeichnung (Piktogramme),

  • einheitlichen Einstufungskriterien    und

  • in Einheitlichen Sicherheitsdatenblätteren.

Übergangsfristen

Die Anwendung bisheriger  Einstufungskriterien und Kennzeichnungen ist nurnoch bis zu folgenden Daten zulässig:

Für Stoffe bis zum 01. Dezember 2010 

Der Abverkauf von Lagerware darf darüber hinaus noch bis 01. Dezember 2012 erfolgen.

Im Sicherheitsdatenblatt ist die  die Kennzeichnung beim Inverkehrbringen bis 01. Juni 2015 aber parallel vorgeschrieben!

Für Gemische bis zum 01. Juni 2015.

Der Abverkauf darf darüber hinaus noch bis 01. Juni 2017 erfolgen.

Danach sind ausschließlich die neuen Einstufungs- und Kennzeichnungsbestimmungen zulässig.

Verodnungstext zum Download (GHS-Verordnung.pdf, 6,9 MB)

R- und S-Sätze nach Gefahrstoffrecht (alt bzw. in der Übergangsfrist noch z. T. gültig) in deutscher Sprache

H- und P-Sätze nach GHS/CLP (neu) in deutscher Sprache

Auf den Folgeseiten sind weitere Infos zur GHS übersichtlich zusammengefasst und tabellarisch dargestellt ...

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