Ex.CE.L Unternehmensberatung und Arbeitsschutz
Ingenieur- und Sachverständigenbüro
Dipl.-Ing. (mult.) Mario Kräft

Leitender Sicherheitsingenieur
Beratender Ingenieur
Sachverständiger für Explosionsschutz

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Sicherheitstechnische Kennzahlen

Die Bedeutung sicherheitstechnischer Kennzahlen im Explosionsschutz

Zur Festlegung wirksamer Schutzmaßnahmen beim Umgang mit explosionsgefährlichen Gasen, Gasgemischen, Nebeln oder Dämpfen[1] ist es notwendig, ein möglichst zuverlässiges Urteil in Bezug auf die Zündgefahren abgeben zu können.

Neben den feststehenden physikalischen Konstanten einzelner Stoffe, wie zum Beispiel deren Dichte, ihrem Siede- beziehungsweise Gefrierpunkt oder Schmelpzunkt usw., existieren die so genannten „sicherheitstechnischen Kenngrößen“. Im Gegensatz zu den Konstanten der Physik sind dieses jedoch sehr stark von der Bestimmungsmethode abhängig.

Solche sicherheitstechnischen Kenngrößen sind beispielsweise der Flammpunkt, der Brennpunkt, die unteren und die oberen Explosions- und Detonationsgrenzen, die Normspaltweite (MESG)[2] und andere.

Neben der Kenntnis des Betreibers gefährdeter und folglich überwachungsbedürftiger Anlagen über die für seinen Anwendungsfall heranzuziehenden Kenngrößen ist es von Bedeutung, über das jeweils angewandte Prüfverfahren, mit welchem die abgelesenen oder erforschten Tabellen- oder Schaubildwerte ermittelt wurden, informiert zu sein. Zur Festlegung eines möglichst einfachen Prüfmodus bei gleichzeitiger Schaffung möglichst gleicher Voraussetzungen für die Ergreifung geeigneter Explosionsschutzmaßnahmen war es sinnvoll diese Kenngrößen der Größe nach sortiert, in bestimmte Stoffklassen einzuteilen und in entsprechenden Werken zu veröffentlichen. Mittlerweile gibt es im Rahmen der Globalisierung und der Schaffung eines einheitlichen Binnenmarktes der EU verschiedene Druckwerke und über das Internet öffentlich zugängliche Daten­banken, die den gesetzlich europaweit geforderten „Stand der Technik“ widerspiegeln.

Als mittlerweile antiquarisches, aber noch immer inhaltlich zeitgemäßes Tabellenwerk ist das von Nabert und Schön im Auftrag der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt erstellte Werk: „Sicherheitstechnische Kenngrößen brennbarer Gase und Dämpfe“ zu nennen. Der Herausgeber war: „Deutscher Eichverlag GmbH“, in Berlin [5, 9]. Es erschien in seiner 1. Auflage bereits im Jahr 1953 und in der 2. erweiterten Auflage im Jahr 1963. Auch die Nachdrucke der 2. Auflage aus den Jahren 1970 und 1978 sind nicht mehr erhältlich.Im Jahr 2004 erschien im Deutschen Eichverlag die 3. und vollständig überarbeitet Auflage des Tabellenwerks: Nabert, Schön, Redeker: Sicherheitstechnische Kennzahlen brennbarer Gase und Dämpfe (ISBN 10: 3-8064-9946-2)


[1] Dies gilt aber auch bei explosionsgefährlichen Stoffen im Sinne des Sprengstoffrechts.

[2] Das ist der nach genormtem Verfahren bestimmte Abstand eines Ringspaltes (definierte Länge 25 mm), der bei jeder Konzentration des explosionsfähigen Brennstoff-/Luft-Gemisches den Durchtritt einer Flamme gerade noch verhindert. International abgekürzt wird sie mit MESG bezeichnet, wobei die Abkürzung MESG dabei für englisch „Maximum experimental Safety Gap“ steht.

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